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Zielfernrohr Ratgeber

In unserem Zielfernrohr Ratgeber finden Sie Informationen zu Vergrößerung, Absehen und Qualitäten von Zieloptiken.

Zielfernrohr Ratgeber

Zielfernrohr Vergrößerung

Für Sportschützen gelten in etwa folgende Distanz/Vergrößerungsfaktoren:

Distanz 25 Meter: 9-12fache Vergrößerung
Distanz 50 Meter: 12-16fache Vergrößerung
Distanz 100 Meter: 16-24fache Vergrößerung
Distanz 300/500/1000 Meter: 24-50fache Vergrößerung

Für Jäger gelten in etwa folgende Distanz/Vergrößerungsfaktoren:

Distanz Kurzdistanz (Drückerjagd): 1-6fache Vergrößerung
Distanz 50 Meter (Pirsch): 6-9fache Vergrößerung
Distanz 100 Meter (Ansitz): 9-16fache Vergrößerung
Distanz 300/500/1000 Meter (Long Range): 24-50fache Vergrößerung

Zielfernrohr Schema

Zielfernrohr Aufbau Ratgeber

Zielfernrohr Objektivdurchmesser

Gerade Sportschützen neigen dazu einen zu hohen Durchmesser ihres Zielfernrohrs zu wählen. Zielfernrohre (ZF) mit 56mm Objektivdurchmesser sind Spezialisten für die Dämmerung und das Long Range schießen mit Distanzen weit über 500 Meter. Zudem bringt ein hocher Objektiv-Durchmesser immer mehr Gewicht mit sich und die Visierlinie entfernt sich von der Schußlinie, was häufiges nachjustieren beim schießen auf unterschiedliche Distanzen mit sich bringt. Sportschützen die auf eine beleuchtete Scheibe bei ca. 100m Distanz schießen sind in der Regel mit einem Objektivdurchmesser von 40mm gut bedient. Wer beim Durchmesser spart kann dafür auf ein Zielfernrohr mit besserer Qualität und Vergütung gehen.

Zielfernrohr Mittenrohrdurchmesser

Ein hoher Mittenrohrdurchmesser ermöglicht höhere Möglichkeiten beim nachjustieren des Absehens, so kann beim schießen auf weite Distanzen mit viel Seitenwind besser auf die Verhältnisse vor Ort reagiert werden. Da das Projektil bei weiten Distanzen immer weiter abfällt kann mit einem großen Mittelrohrdurchmesser auch hier nachjustiert werden um das Absehen für den Schützen niedriger erscheinen zu lassen, als Folge wird die Schußlinie erhöht. Ein großer Mittenrohrdurchmesser bietet mehr Winkelminuten (eng. MAO = Minutes of Angle) in der vertikalen und horizontalen Verstellung.

Zielfernrohr Ratgeber Informationen

Besonders beim Long Range Shooting bieten Zielfernrohre mit großem Mittelrohrdurchmesser Vorteile in den Einstellmöglichkeiten wie dieses kurze Video von Jagd Total zeigt:

Zielfernrohr MOA Minutes of Angle

Winkelminuten (eng. MOA = Minutes of Angle) ist die Unterteilung der vertikalen und horizontalen Verstellung bei Zieloptiken. Anhand des Beispiels horizontale Verstellung: der gesamte Rundumblick beträgt 360°, nehmen wir ein Grad heraus und teilen diesen durch 60 (60 Minuten) erhalten wir eine Winkelminute (eine MOA). Eine Winkelminute ist der 0,166666 Teil von 360°, oder anders gesagt 1° hat 59.9999999988 (60) Winkelminuten. Bei Zielfernrohren mit 1/8 MOA Turmverstellung ist die Unterteilung der Justierung so fein, das man mit 8 Klicks das Absehen um eine Winkelminute verstellt. Dies ist also eine sehr feine Unterteilung die selbst beim Long Rang Shooting auf sehr hohe Distanzen von 1500m und mehr immer noch ein sehr genaues einstellen zulässt. Für Jäger ist eine feine Unterteilung von 1/8 MOA nicht ganz so wichtig wie für Long Range Schützen die auf Präzision schießen. Jäger benötigen eine grobere Unterteilung von 1/4 MOA oder weniger, um schneller auf z.B. wechselnde Wind-Bedinungen zu reagieren, ein Long Range Schütze hat in der Regel genug Zeit um mit mehr Klicks zur gleichen Einstellung zu gelangen.  

Zielfernrohre mit Zoom (variabele Vergrößerung) VS. ohne Zoom (feste Vergrößerung)

Auch hier stellt sich wieder die Frage nach dem Einsatzbereich und auch wieviele Zieloptiken schon vorhanden sind. Sucht man einen Spezialisten oder einen Allrounder. Soll das ZF auf verschieden Waffen zum Einsatz kommen oder auf einer Waffe fest montiert bleiben. Generell gilt das Ziefernrohre mit Zoom mehr Bauteile haben und einige sogar mehr Linsen (Ausgleichslinsen), die das gekrümmte Bild ausgleichen sollen. Zielfernrohre mit hoher Vergrößerung sind länger und somit auch schwerer als Gläser mit niedriger Vergrößerung. Starke Vergrößerung nimmt immer etwas Licht welches in die Zieloptik einfallen kann, somit wirkt Vergrößerung dem Objektivdurchmesser entgegen. Zielfernrohre mit variabeler Vergrößerung (Zoom) sind zudem teurer und in der Dämmerung nicht ganz so Leistungsstark wie baugleiche Optiken mit fester Vergrößerung. Außerdem verfügen sie über einen zusätzlichen Verstellturm bzw. ein Verstellrad welches eine weitere Öffnung mit sich bringt in die Feuchtigkeit und Schmutz eindringen können, wobei dies bei hochwertigen Optiken (außer bei Beschädigung) eigentlich kein Thema ist.

Zielfernrohr Montage

Zielfernrohre sollten immer geschraubt und geklebt werden. Bei der Schussabgabe wirken enorme Kräfte auf die Zieloptik und Montage, wenn das Zielfernrohr verrutscht muss es komplett neu justiert werden. Wie eine korrekte Montage funktioniert zeigt dieses kurze Video von DDoptics mit Carsten Raukohl:

Zielfernrohr mit niedriger Montage und kleinem Objektivdurchmesser

Zielfernrohr niedrige Montage

Zielfernrohr mit hoher Montage und großem Objektivdurchmesser

Zielfernrohr hohe Montage

Die Abbildungen zeigen deutlich wie sich mit einer hohen Montage und einem großen Objektivdurchmesser der Winkel zwischen Waffe und Zielfernrohr vergrößert. Dieser Schereneffekt erfordert starkes nachjustieren beim schiessen auf unterschiedliche Distanzen.

Zielfernrohr Absehen

Welches Absehen für ein Zielfernrohr das beste ist hängt vom Einsatzbereich ab. Absehen sollen möglichst wenig vom Bild abdecken und trotzdem genügend Anhaltspunkte für den Schützen bieten. Bei schlechten Lichtverhältnissen sollte auf ein Absehen mit eher dickeren Linien gesetzt werden, bei guten Lichtverhältnissen tendenziell dünnere. Eine wichtige Rolle bei der Wahl des richtigen Absehen spielt auch ob auf ein bewegliches oder festes Ziel geschossen wird. Die Absehen sind standardisiert, viele Hersteller bieten allerdings leicht Abwandlungen der Standard-Absehen an. Einen groben Überblick der Absehen finden Sie unter > Zielfernrohr Absehen.

schussfesste Zielfernrohre

Nicht alle Hersteller geben Auskunft über die schussfestigkeit ihrer Zieloptiken, aus gutem Grund. Schussfest bedeutet das sich selbst bei 10.000 und mehr abgegebenen Schüssen keine optischen Bauteile verschieben. Geringe Veränderungen in der Optik werden vom Schützen unter Umständen garnicht wargenommen, endloses nachjustieren kann die Folge sein. Hochwertige Zielfernrohre namhafter Hersteller sind, von einigen Optiken speziell für kleinere Kaliber abgesehen, in der Regel alle schussfest selbst bei stärksten Kalibern und hohen Schussraten (Ausnahmen bestätigen die Regel). Als grober Anhaltspunkt kann hier die Länge der Herstellergarantie herangezogen werden.

Zielfernrohr Vergütung der Linsen

Die Vergütung von Linsen erhöht die Lichtdurchlässigkeit und verringert Reflexionen. Alle namhaften Hersteller von Zielfernrohren haben ihre eigene Beschichtungsverfahren zur Vergütung entwickelt, auf die wir hier nicht näher eingehen wollen. Zu unterscheiden gilt die Einfach- und die Mehrfachbeschichtung, Linsen mit Einfachbeschichtung haben einen grünen Farbschimmer, bei blauem Farbschimmer ist die Linse mindestens dopplet beschichtet. Bei günstiger Zieloptiken sind oft nur die äußeren Linsen vergütet, bei hochwertigen Optiken sind in der Regel alle verbauten Linsen von beiden Seiten beschichtet.

Zielfernrohr Dämmerungszahl

Zielfernrohr Dämmerungszahl

Die Dämmerungszahl bei Zielfernrohren ist ein standartisierter Wert und berechnet sich aus Quadratwurzel aus Vergrößerung x Objektivdurchmesser. Die Dämmerungszahl gibt keine Auskunft zu der Qualität der verwendeten Linsen, anders gesagt: jedes Zielfernrohr, egal welcher Hersteller, mit einer Vergrößerung von z.B. 6 und einem Objektivdurchmesser von 50 hat immer die Dämmerungszahl 17.3205080757 (Quadratwurzel aus 6x50 bzw. Quadratwurzel aus 300).

Zielfernrohr Pflege

Am meißten Wirkung hat eine Beschichtung/Vergütung immer an den äußeren Linsen, dort wo das Licht in die Zieloptik eindringt. Hochwertige Zielfernrohre haben fast immer eine Beschichtung, welche bei unsachgemäßem Gebrauch beschädigt werden kann. Zum reinigen erst grobe Verschmutzungen unter fließendem Wasser entfernen, dabei keinen mechanischen Druck auf die Linse einwirken lassen, sondern das Wasser arbeiten lassen. Anschließend vollständig trocknen lassen. Danach speziellen Optikreiniger auf ein Microfasertuch aufsprühen und die äußeren Linsen damit reinigen und mit einem trockenen Microfasertuch nachpolieren. Bitte kein Spülmittel oder sonstige Reiniger verwenden!

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